Die Hospizbewegung

«Auch wenn wir an der grundsätzlichen Situation sterbender Menschen wenig ändern können – wir können versuchen, ihnen in dieser schwierigen Phase ihres Lebens beizustehen. . .»

Dame Ciceley Saunders 1991
Das Wort «Hospiz» leitet sich von «hospitium» – Gastfreundschaft – ab. Im Mittelalter wurden die Hospize von Mönchsorden entlang der grossen Pilgerwege errichtet und betrieben. Die Hospize standen allen offen, die unterwegs waren. Sie waren Orte, «. . .den Pilgernden zur Erquickung, den Ermattenden zur Ruhe, den Kranken zum Trost, den Toten zum Heil und den Lebenden zur Hilfe. . . » (aus: mittelalterlichem Pilgerführer)

Die neue Hospizbewegung ist stark verbunden mit Dame Cicely Saunders (1919–2005). Ihr Ziel war es, unheilbar Kranken ein würdiges, schmerzfreies, selbstbestimmtes Leben bis zum Tod zu ermöglichen. Mit ihrem multiprofessionellen Hintergrund als Krankenschwester, Sozialarbeiterin und Ärztin verdeutlichte sie, dass die Kranken in ihrer Ganzheitlichkeit zu verstehen sind. So sind das Zusammenwirken verschiedener Berufsangehöriger im Team und die Einbindung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen wichtige Eckpfeiler des Hospizgedanken.

1967 gründete Saunders das erste moderne Hospiz «St. Christopher's» in London. Hier bot sie den Schwerkranken Aufnahme und einen Rahmen, der ihren bio-psycho-spirituellen und sozialen Bedürfnissen gerecht wurde. In «St. Christopher's» wurden Interdisziplinarität, Lebensqualität bis zuletzt, Begleitung der Angehörigen und Einbindung der Ehrenamtlichen gelebt.

Schon sehr bald gründete Ciceley Saunders den ersten ambulanten Hospizdienst. Denn schon damals wollten die meisten Menschen so lange wie möglich zu Hause betreut werden und wenn möglich auch in ihrer gewohnten Umgebung sterben. So entstanden in den letzten 40 Jahren in vielen Ländern nicht nur stationäre Hospize, sondern zunehmend ambulante Hospizdienste.
Verantwortlich: Brigitte Manser     Bereitgestellt: 13.09.2016     
aktualisiert mit kirchenweb.ch